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Von ossiu am 08.06.05

"Innere Werte"

Als Steve Jobs – neben Mick Jagger sicher einer der genialsten Performer der Gegenwart – am Dienstag bei der Apple Developer Konferenz den Wechsle des Prozessor-Lieferanten für alle Mac-Rechner ankündigte, löste er weltweite Schockwellen aus. Die „Märkte“ zeigten sich „irritiert“, sprachen von Risiken und straften die Aktie an den Börsen ab, die Gemeinde der „Mac-Gläubigen“ reagierte als hätte der Papst den leibhaftigen Gottseibeiuns ins katholische Glaubensbekenntnis aufgenommen.

Hatten sie sich seit Jahren daran gewöhnt, IBMs „PowerPC“ als die den Allerwelts-Prozessoren von Intel überlegene und elegantere Technologie zu huldigen, müssen sie sich nun daran gewöhnen, dass auch in ihren eleganten Maschinen in Zukunft „Intel inside“ sein wird. Vor der mit jahrelanger, früher unvorstellbarer Penetranz und überwältigendem Kapitaleinsatz wiederholten Marken-Aufbau Kampagne des mit Abstand größten Prozessor-Herstellers, wusste so gut wie kein PC-Nutzer irgendwas über die Prozessoren in seinem Computer.

Nun hat Apple also den Rechenknecht im Inneren seiner Lifestyle-Maschinen ausgetauscht, weil die PowerPC-Entwicklung mit dem Innovationstempo in Cupertino einfach nicht mehr Schritt halten konnte. Ein bereits vor 2 Jahren von Steve Jobs vollmundig angekündigter 3-Gig-Chip blieb bislang ebenso aus, wie ein dringend benötigtes, rundum erneuertes G5-Powerbook.

Und weil Steve’s Sache das Aussitzen solcher Engpässe nicht ist, hat er einfach den Lieferanten gewechselt. „Customer“, nicht „Shareholder-Value“ stand also im Fokus der Entscheidung. Auch das ein wesentlicher Unterschied zum Rest der PC-Welt.

Für den Mac-Nutzer bedeutet das: Er wird auch in Zukunft mit einer überlegenen Unix-Maschine, dem innovativsten Betriebssystem und der elegantesten Benutzeroberfläche am PC-Markt arbeiten und sich amüsieren können. Und er kann sich – befreit von technologischen Erblasten und unsicheren Entwicklungsszenarien auf eine Vielzahl neuer und innovativer Produkte freuen. Und die Börsianer werden zweierlei lernen müssen: zum einen, dass sie nicht der Nabel der Mac-Welt sind, und zum anderen, dass bei zeitgemäßen Computern und Unterhaltungs-Elektronik-Geräten schon längst nicht mehr die „inneren Werte“, also die eingesetzten Hardware-Komponenten, entscheidend sind, sondern innovatives Design, einfache, intuitive Bedienbarkeit und coole, überraschend neue Features. All das hat den Mac schon immer vom Rest der PC-Welt unterschieden. Und das weiß keiner besser als Steve Jobs. Außer, vielleicht Mick Jagger.

Was andere dazu meinen:

C-Net

Ars Technica

Wired

Kommentare …

Hallo Ossi, ich nenn dich mal einfach Ossi -wir haben uns mal bei Systematics kennen gelernt- ich wollte dir nur meine Zustimmung zum Ausdruck bringen. Ich muß allerdings auch zugeben als Mac Ur-User hat mich die Meldung sehr aufgewühlt. Ich hatte mich dann aber recht schnell dran erinnert, dass dort immer noch Steve Jobs stand der das sagte und ich bin mir auch diesmal sicher das er genau weiß was er damit bezweckt. Gut ist nun eben ein Intel inside, der unvergessene Big Brother Spot von 1984 ging gegen IBM, die haben dann nach Motorola den PowerPC gebaut, nun eben Intel.
Liebe Grüße

12.06.05 22:45   von Carsten